Chlorid

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Chlorid zählt zu den lebensnotwendigen Mengenelementen. Es kommt in der Natur, wie auch im menschlichen Körper, immer nur in Verbindung mit anderen Elementen vor. Die wohl bekannteste und auch häufigste Verbindung ist das Natrium-Chlorid (NaCl) – den meisten besser bekannt als Speisesalz. Zusammen regulieren die Elemente Natrium und Chlorid den Elektrolyt–, den Wasser– und den Säure-Basen-Haushalt.

Das Natrium und das Chlorid befinden sich hauptsächlich außerhalb der Zellen, das Kalium hingegen zum Großteil im Inneren der Zellen. So regeln diese drei Mineralstoffe den sogenannten osmotischen Druck. Eine reibungslose Muskelkontraktion wäre ohne das Zusammenspiel dieser drei Mikronährstoffe nicht vorstellbar. Das Natrium, das Chlorid und auch das Kalium spielen zusätzlich eine Rolle bei der Signalübertragung in den Nervenzellen.

Des Weiteren ist das Chlorid ein Bestandteil der Salzsäure (HCI), das im Magensaft für die Verdauung zuständig ist – aber auch für die Abwehr von Krankheitserregern.

Bekannte Verbindungen geht das Chlorid auch mit dem Magnesium als Magnesium-Chlorid ein und mit dem Vitamin B1 (Thiamin) in Form von Thiamin-Chlorid. Die Hauptversorgung des menschlichen Körpers erfolgt jedoch über das sogenannte Natrium-Chlorid (Salz).

Die täglich benötigte Menge variiert je nach Alter. Eine gesunde erwachsene Person benötigt laut DACH-Referenzwert der DGE durchschnittlich 2300mg Chlorid pro Tag. Körperlich schwer arbeitende Personen und Sportler benötigen aufgrund des hohen Schweißverlusts größere Mengen an Chlorid. 

Natrium benötigt der Körper hingegen mit ungefähr 1500mg pro Tag in etwas geringerer Dosierung. Da 1g Salz (NaCl) aber etwas mehr Chlorid als Natrium enthält, ist das Verhältnis der beiden Nährstoffe ungefähr für den Bedarf des Menschen ausbalanciert.

Die Versorgungssituation von Chlorid ist in der Nationalen Verzehrstudie II nicht erfasst worden, jedoch kann durch die Natrium-Zufuhr auf die Chlorid-Zufuhr geschlossen werden. Daraus ergibt sich folgender Rückschluss: in Deutschland erreichen Männer aller Altersklassen beinahe problemlos die minimale Zufuhr-Empfehlung der DGE. Circa 10% der Frauen erreichen die empfohlene Menge hingegen nicht.

Die nachfolgende Tabelle zeigt den empfohlenen Tagesbedarf an Chlorid. Die Informationen dazu wurden der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Ernährung entnommen. 

Alter

empfohlene Tagesmenge

Neugeborene

0 bis 4 Monate

300 mg

4 bis 12 Monate

450 mg

Kinder & Jugendliche

1 bis 4 Jahre

600 mg

4 bis 7 Jahre

750 mg

7 bis 10 Jahre

1150 mg

10 bis 13 Jahre

1700 mg

13 bis 15 Jahre

2150 mg

15 bis 19 Jahre

2300 mg

Erwachsene

ab 19 Jahre

2300 mg

Schwangere & Stillende

2300 mg

Welche Lebensmittel enthalten Chlorid?

Die Hauptquellen für Chlorid sind industriell verarbeitete Nahrungsmittel wie Brot, Backwaren, Käse, Wurstwaren und Fertiggerichte wie beispielsweise Tiefkühl-Pizzen. Aufgrund seiner geschmacksgebenden und konservierenden Eigenschaften wird diesen Nahrungsmitteln Salz (NaCl) beigemengt. 

Zu den industriell gefertigten Nahrungsmitteln zählen selbstredend alle Arten von Knabbergebäck wie zum Beispiel Chips oder gesalzene Nüsse. Besonders Chlorid-reich sind gepökelte, geräucherte und in Salzlaken eingelegte Nahrungsmittel – dazu zählen unter anderem Speck, Fleisch, Fisch in Konservendosen und geräucherte Käsesorten.

1g Salz enthält 0,6g Chlorid und 0,4g Natrium. Folglich würden ungefähr 4g Salz ausreichen, um den durchschnittlichen Tagesbedarf an Chlorid eines Erwachsenen zu decken. Das bedeutet jedoch nicht, dass es ratsam ist, seine Speisen täglich mit dieser Menge zu salzen. Denn in Deutschland werden bereits circa 80% des Chlorid-Bedarfs durch den Verzehr industriell verarbeiteter Nahrungsmittel gedeckt.

Chlorid-reiche Lebensmittel (pro 100g) sind laut Angaben von eucell.de:

  • Karpfen (50mg)
  • Seelachs (300g)
  • Bockwurst (1100mg)
  • Salzgurken (1500mg)
  • Geräucherter Schweinebauch (2100mg)
  • Salzhering (9170mg)

Was geschieht bei Chlorid-Mangel?

Durch den hohen Konsum an salzhaltigen Nahrungsmitteln kommen Mangelerscheinungen in Europa so gut wie nicht vor. Das liegt zum einen daran, dass – wie bereits erwähnt – große Mengen an industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln verzehrt werden. Zum anderen liegt es daran, dass in den westlichen Ländern die Speisen generell gerne (nach)gesalzen werden. In Summe begünstigt diese Ernährungsweise viel eher eine Überdosierung als eine Unterdosierung.

Unter bestimmten Umständen kann es vereinzelt dennoch zu einem Mangel kommen. Magen-Darm-Erkrankungen wie starker Durchfall oder anhaltendes Erbrechen können zu Mangelerscheinungen führen, weil dadurch oftmals sehr viel des Chlorids verloren geht. 

Genauso kann starkes Schwitzen zu einem erhöhten Verlust dieses Mineralstoffs führen. Krankheitsbedingt können chronische Nierenerkrankungen und infolgedessen eine erhöhte Urin-Ausscheidung zu Mangelerscheinungen führen – genauso die Einnahme von harntreibenden Medikamenten – sogenannte Diuretika.

Mögliche Symptome bei Chlorid-Mangel

Folgende, kurz aufgelistete Symptome können bei einem Chlorid-Mangel auftreten:

  • Kopfschmerzen
  • Muskelkrämpfe
  • dauerhaft zu niedriger Blutdruck (Hypotonie)
  • Herzrhythmusstörungen (Tachykardie)
  • ein erhöhter pH-Wert im Blut (metabolische Alkalose)
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Überdosierung von Chlorid

Eine Überdosierung ist in den meisten westlichen Industrieländern Europas und Nordamerikas aufgrund der salzhaltigen Ernährungsweise prinzipiell möglich. Durchschnittlich wird in Deutschland mindestens die doppelte Menge Natrium-Chlorid (Salz) konsumiert, wie von der DGE empfohlen. 

Laut der ‚Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland‘ des Robert Koch-Instituts aus dem Jahre 2008 – 2011 (DEGS1) konnte man aufgrund der Natrium-Ausscheidung über den Urin die mittlere Natrium-Chlorid-Zufuhr ungefähr schätzen. Daraus resultierend konnte die Chlorid-Zufuhr über Nahrungsmittel berechnet werden: 

18- bis 79-jährige Frauen konsumieren täglich 5g Chlorid, Männer der gleichen Altersgruppe konsumieren mit 6g hingegen etwas mehr.

Für gesunde Menschen sind diese Mengen meist ungefährlich, da sie über die Harnwege wieder ausgeschieden werden. Bei Personen mit Nierenerkrankungen kann der übermäßige Konsum von Natrium-Chlorid jedoch zu gesundheitlichen Problemen führen.

Symptome bei Chlorid-Überdosierung

Die häufigsten Symptome äußern sich meistens in Form von Bluthochdruck, der einer der Hauptfaktoren für ein erhöhtes Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellt. Nicht alle Personen reagieren auf regelmäßig zu hohen Salzkonsum gleich. 

Angeblich soll nur jeder Dritte mit erhöhtem Blutdruck empfindlich auf einen zu hohen Salzkonsum reagieren. Interessant ist jedoch Folgendes: Sobald diese Personen auf eine natrium-arme Ernährungsweise umsteigen, sinkt angeblich der Blutdruck. Somit liegt die Vermutung nahe, dass ein übermäßiger Salzkonsum und Bluthochdruck in einer wechselseitigen Beziehung stehen.

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Vegetarierinnen und Veganer

Veganerinnen und Vegetarier werden für gewöhnlich über die natürliche Ernährung mit ausreichend Chlorid versorgt. Vor allem Vegetarierinnen die auch Fisch und Käse konsumieren – sogenannte Pescetarierinnen – nehmen meist mehr Chlorid zu sich als benötigt. Bei Veganern ist die Chlorid-Zufuhr nicht immer ausreichend gedeckt. 

Verzehren sie auch Reis und Brot, nehmen sie in der Regel genügend Chlorid zu sich. Sollte diese Gruppe die genannten Lebensmittel nicht konsumieren, dürfte der Chlorid-Bedarf vermutlich dennoch durch das Salzen der Speisen gedeckt werden. Außerdem enthalten Gemüse, Salate und Hülsenfrüchte, aber auch Obst wie Bananen oder die Datteln geringe Mengen Chlorid.

Blutdrucksenkende Ernährungsweise

Um den Konsum von Natrium-Chlorid zu verringern, empfiehlt es sich, Speisen überwiegend mit Gewürzen und Kräutern abzuschmecken. Oftmals ist zusätzliches Salzen dann nicht mehr notwendig. Sollte man dennoch schwer auf das Nachsalzen verzichten können, dann sollte mit Jod und Fluorid angereichertes Salz bevorzugt werden. 

Weiters ist frischem oder tiefgefrorenem Gemüse und Obst gegenüber industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln der Vorrang zu gewähren. Obst und Gemüse sind zugleich reich an Kalium, dem – im Gegensatz zu Natrium und Chlorid – eine blutdrucksenkende Wirkung nachgesagt wird. Empfehlenswert sind Aprikosen, Bananen, Karotten, Kohlrabi und Tomaten. Vor allem in konzentrierter Form als Tomatenmark oder als Trockenobst enthalten sie noch höhere Mengen an Kalium.

Geht Chlorid beim Kochen verloren?

Chlorid ist – wie die meisten Mineralstoffe – hitzebeständig. Im Grunde kann die Hitze diesem Mengenelement kaum schaden. Dennoch geht beim Kochen ein Teil des Chlorids verloren. 

Der Grund hierfür ist ganz einfach: Mikronährstoffe werden beim Kochen in das Kochwasser ausgespült und landen so in den meisten Fällen im Abfluss. Man kann das Kochwasser aber zu Saucen oder Suppen weiterverarbeiten und auf diese Weise auch die ausgespülten Nährstoffe wiederverarbeiten. Des Weiteren eignen sich Zubereitungsmethoden bei denen weniger Wasser benötigt wird – so beispielsweise das Garen oder das Dünsten.

Um den generellen Nährstoff-Verlust von Lebensmitteln so gering wie möglich zu halten, kann man auch auf das sehr schonende Dämpfen zurückgreifen. Hierfür benötigt man entweder spezielle Dampf-Kochtopf-Systeme* oder kann mit Dämpfeinsätzen* arbeiten. Vor allem in Anbetracht der hitzeempfindlichen Vitamine C, B1 und B5 könnte das schonende Dämpfen eine Alternative zum klassischen Kochen von Lebensmitteln sein.

Als Faustregel gilt: Je weniger Wasser, umso mehr Nährstoffe bleiben erhalten.

Fazit

Im menschlichen Körper findet man das Chlorid stets in Verbindung mit anderen Elementen – am häufigsten als Natrium-Chlorid, besser bekannt unter dem Begriff Salz. In Europa und Nordamerika werden aufgrund der zahlreichen industriell verarbeiteten Nahrungsmittel fast alle Personen mit ausreichend Chlorid versorgt. In enger Wechselwirkung regulieren die Mengenelemente Chlorid und Natrium den Elktrolyt-Haushalt und sind auch mitverantwortlich für die Signalübertragung in den Nervenzellen.

Ein gemäßigt hoher Salzkonsum führt bei gesunden Personen für gewöhnlich zu keinen gesundheitlichen Problemen, da die überschüssigen Mengen meist wieder über die Harnwege ausgeschieden werden. 

Es wurde jedoch beobachtet, dass eine salzarme Ernährungsweise den erhöhten Blutdruck sinken lassen kann. In Summe spielen diesbezüglich jedoch mehrere Faktoren eine entscheidende Rolle: eine generell ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf sind für einen gesunden Geist und Körper unumgänglich.

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