Natrium

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Zum ersten Mal wurde elementares Natrium vom englischen Chemiker Humphry Davy im Jahre 1808 gewonnen. 

Das Natrium ist – wie die meisten Mineralstoffe – ein essenzieller Mikronährstoff. Essentiell heißt, dass es für einige wichtige Funktionen deines Körpers wie beispielsweise das Wachstum, das Aufrechterhalten des osmotischen Drucks in deinen Zellen und für die Regulierung des Blutdrucks lebensnotwendig ist. Im englischen und französischen Sprachgebrauch wird das Natrium ‚Sodium‘ genannt.
Die deutsche Bezeichnung ‚Natrium‘ ist vom ägyptischen Wort netjerj abgeleitet. In Japan bezeichnet man das Natrium als ‚Natoriumu‘ – eine der deutschen Bezeichnung sehr ähnlich klingende Bezeichnung.

Bei der Regulierung des Blutdrucks spielt Natrium nicht nur alleine eine wichtige Rolle, sondern teilt sich diese als natürlicher Gegenspieler zum Kalium. Zu hohe Mengen an Natrium wirken blutdrucksteigernd, zu hohe Mengen an Kalium hingegen blutdrucksenkend. Somit ist ein ausgewogenes Verhältnis dieser beiden essenziellen Mineralstoffe unter anderem wichtig für dein Herz-Kreislauf-System. In enger Zusammenarbeit sind diese beiden Vitalstoffe außerdem mitverantwortlich für eine funktionierende Nervensignal-Übermittlung und eine reibungslose Muskelkontraktion.

In der Natur kommt Natrium hauptsächlich in gebundener Form – als sogenanntes Natrium-Chlorid – vor, welches im allgemeinen Sprachgebrauch besser bekannt ist als Salz, Kochsalz, Speisesalz oder Tafelsalz. Der Grund für die unterschiedlichen Bezeichnungen liegt meist in der Art der Gewinnung. Ansonsten enthalten alle Salzarten ungefähr dieselbe Menge an Natrium(-Chlorid).

Welche Lebensmittel enthalten Natrium?

Einen sehr hohen Natriumgehalt enthalten folgende Speisen:

  • Räucherschinken
  • gewisse Käsesorten (Camembert, Butterkäse)
  • in Salzlake eingelegte Gurken oder Hering
  • industriell gefertigte Wurst– und Fleischwaren (Knackwurst, Frankfurter Würstchen)
  • Fisch aus Konserven

Der größte Natrium-Lieferant ist, wie bereits erwähnt, Salz, welches in all diesen Nahrungsmitteln in großen Mengen enthalten ist. In Deutschland werden 80 bis 90% des Natrium-Gehalts durch Salzkonsum gedeckt – direkt oder indirekt durch den Verzehr von den genannten industriell verarbeiteten Lebensmitteln.

Faustregel: 1g Salz versorgt dich mit 0,4g (400mg) Natrium beziehungsweise liefern dir 2,5g Salz circa 1g Natrium.

Zu den Spitzenreitern unter den Natrium-Lieferanten zählen die Salami mit rund 2,13g pro 100g, der Matjeshering mit etwa 2,5g pro 100g und Weichkäse wie beispielsweise der Roquefort mit circa 1,6mg pro 100g.

Nicht zu unterschätzen sind die Lebensmittel, die oft unbewusst und nebenbei konsumiert werden, wie Bratensauce, Senf, Tomaten-Ketchup, Currysaucen und Mayonnaise. Diese Produkte „glänzen“ nicht nur durch ihren hohen Fettgehalt, sondern auch wegen ihres hohen bis extrem hohen Natrium-Gehalts. Falls möglich, solltest du diese unnötigen Kalorien und Salz-Mengen, die überdies noch ungesund sind, von deinem Speiseplan streichen oder zumindest nur mäßig verzehren.

Wie hoch ist der Tagesbedarf an Natrium?

Die nachfolgenden Daten wurden der DGE entnommen.

Alter

Tagesbedarf (w/m)

Säuglinge

0 bis 4 Monate

130 mg

4 bis 12 Monate

200 mg

Kinder und Jugendliche

1 bis 4 Jahre

400 mg

4 bis 7 Jahre

500 mg

7 bis 10 Jahre

750 mg

10 bis 13 Jahre

1100 mg

13 bis 15 Jahre

1400 mg

>15 Jahre, Stillende und Schwangere

1500 mg

Tabellen natriumhaltiger Lebensmittel

Die nachfolgenden Daten entsprechen dem DACH-Referenzwert und beziehen sich auf gesunde Personen über 15 Jahren, Schwangere und Stillende.

Fisch

Natrium pro 100g

Tagesbedarf in Prozent

Matjeshering

2500 mg

> 100 %

Störkaviar

1940 mg

> 100 %

Garnelen

1880 mg

> 100 %

Thunfisch

840 mg

56 %

Lachs

810 mg

54 %

Bückling

690 mg

46 %

Milchprodukte

Natrium pro 100g

Tagesbedarf in Prozent

Roquefort

1600 mg

> 100 %

Gorgonzola

1400 mg

93 %

Schafkäse

1300 mg

86 %

Butterkäse

865 mg

57 %

Brie

630 mg

42 %

Gouda

510 mg

34 %

Fleisch- & Wurstwaren

Natrium pro 100g

Tagesbedarf in Prozent

Salami

2130 mg

> 100 %

Speck

1770 mg

> 100 %

Knackwurst

1190 mg

79 %

Frankfurter

1180 mg

78 %

Schinken

910 mg

60 %

Blutwurst

680 mg

45 %

Getreideprodukte

Natrium pro 100g

Tagesbedarf in Prozent

Cornflakes

940 mg

62 %

Kuchen

690 mg

46 %

Toastbrot

550 mg

36 %

Weißbrot

540 mg

36 %

Roggenbrot

510 mg

34 %

Vollkornbrot

430 mg

28 %

Kann es zu einem Natrium-Mangel kommen?

Die Wahrscheinlichkeit, mit Natrium unterversorgt zu sein, ist in den westlichen Industrieländern Europas und Nordamerikas relativ gering. Da in diesen Gebieten große Mengen an überwiegend industriell hergestellten Lebensmitteln verzehrt werden, kommt es viel häufiger zu Überdosierungen, da diese Lebensmittel nahezu immer mit Salz (NaCl) gewürzt und konserviert werden.

Dennoch gibt es einige Faktoren, die für eine erhöhte Natrium-Ausscheidung über die Nieren sorgen und infolgedessen zu einem Mangel führen können:

  • Schwangere und Stillende
  • Durchfall
  • Anhaltendes Erbrechen
  • Erhöhte Schweißbildung
  • Diverse Nierenerkrankungen
  • Krankhaft erhöhte Urin-Ausscheidung (bei Diabetes Mellitus beispielsweise)
  • Endokrine Erkrankungen (z.B. Morbus Addison)
  • Die Einnahme von entwässernden Medikamenten (Lasix)

Symptome bei Natriummangel

Ein Natrium-Mangel kann, durch zu geringe Flüssigkeitsspeicherung im Körper, zu Untergewicht führen. Eine weitere Folge eines Mangels kann ein niedriger Blutdruck sein. Wie bereits erwähnt, ist die Wahrscheinlichkeit in Europa an einer Unterdosierung zu leiden jedoch relativ gering.

Heilkräuter bei Natriummangel

Bei Kreislaufbeschwerden und niedrigem Blutdruck könnten gegebenenfalls auch bestimmte Heilkräuter helfen. Der Weißdorn soll die Durchblutung fördern, bei grippalen Infekten unterstützend wirken und angeblich die Leistung des Herzmuskels stärken. Dem Rosmarin wird nachgesagt, schwachen Blutdruck zu regulieren und diesen auf natürliche Weise zu erhöhen.

Die einfachste Anwendungsmöglichkeit: die Blätter und Blüten der Heilkräuter mit heißem Wasser aufgießen, 10 bis 15 Minuten ziehen lassen und täglich einige Tassen davon trinken.

Selbstverständlich sollte bei Herzproblemen und anderen schweren Erkrankungen immer eine Ärztin oder ein Apotheker aufgesucht werden.

Ist eine Überdosierung von Natrium möglich?

Ja. Ein Natrium-Überschuss ist sogar nicht unüblich für Personen aus Europa und/oder aus Nordamerika. Durch viele verarbeitete Produkte nimmt man meist unbewusst große Mengen an Salz und infolge Natrium zu sich. Laut der deutschen Nationalen Verzehrstudie II nehmen Männer durchschnittlich 3,2g Natrium und Frauen 2,4g Natrium pro Tag zu sich. Das entspricht beinahe dem Doppelten, was laut DACH-Referenzwert täglich empfohlen wird.

Laut der WHO, der Weltgesundheitsorganisation, sollten nicht mehr als 2,4g Natrium täglich verzehrt werden. Dies entspricht ungefähr 6g Salz. Doch bereits diese Menge führt(e) bei manchen Personen zu unerwünschten Effekten wie ein erhöhter Blutdruck. Es gibt leider keine genau feststellbare Grenze, ab welcher es mit Sicherheit zu erhöhtem Blutdruck kommt – viel mehr ist dies von Person zu Person unterschiedlich. Manche reagieren sensibler, andere wiederum kommen mit höheren Natrium-Mengen klar.

Hauptursache für die erhöhte Aufnahme von Natrium sind – wie bereits mehrfach betont – industriell verarbeitete Lebensmittel, da Kochsalz sowohl als Gewürz aber auch als Konservierungsmittel verwendet wird. Fleisch– und Wurstwaren, Fischkonserven, Gemüse aus der Dose, Fertigsaucen, Hartkäse, Backwaren und vor allem Brot zählen zu den Hauptbestandteilen der Ernährung in Europa. Genau diese Lebensmittel werden meist industriell verarbeitet und enthalten aufgrund von Konservierungsmitteln hohe Mengen an Natrium.

Risikogruppen betreffend Überdosierung

Ein zu hoher Natrium-Konsum kann zu Kalium-Mangel führen, da das Natrium und das Kalium in enger Wechselwirkung stehen. Umgekehrt führt eine zu hohe Kalium-Aufnahme nicht unbedingt zu einem Natrium-Mangel, aber zu einer erhöhten Natrium-Ausscheidung.

Interessanter Fact: Natrium ist das sechsthäufigste Element in der Erdkruste.

Symptome bei Natrium-Überschuss

Da der Körper überschüssiges Natrium über die Nieren und somit über den Harnweg wieder ausscheidet, führt eine leicht erhöhte Natrium-Aufnahme bei gesunden Erwachsenen oftmals zu keinen Nebenwirkungen. Problematisch kann die Sache werden, wenn dem Körper regelmäßig zu große Mengen an Natrium zugeführt werden. Das Risiko eines Bluthochdrucks – in der Fachsprache Hypertonie genannt – wird dadurch erhöht. Vermutest du, dass dein Blutdruck zu hoch oder zu niedrig ist, solltest du auf jeden Fall immer einen Ärztin oder eine Apothekerin aufsuchen.

Des Weiteren kann ein zu hoher Salzkonsum ein Grund für Übergewicht sein:
8g Natrium können bis zu 1 Liter Wasser binden und das wiederum kann zu Wassereinlagerungen (Ödemen) im Gewebe führen. Infolgedessen kann es bei übergewichtigen Personen schlimmstenfalls zu einer sogenannten Herzinsuffizienz kommen – eine äußerst schwere und immer häufiger auftretende Krankheit.

Bei Personen, die bereits an Nierenstörungen leiden, erhöht sich bei einer regelmäßig zu hohen Natrium-Zufuhr das Risiko von dauerhaften Nierenschädigungen.

Des Weiteren konnte beobachtet werden, dass bei einer erhöhten Natrium-Aufnahme größere Mengen an Calcium über die Nieren ausgeschieden werden können. Folglich steigt damit auch das Risiko einer Calcium-Unterdosierung.

Schwere Vergiftungserscheinungen treten bereits ab einer Zufuhr von 14  bis 16g Natrium auf, das entspricht grob der Menge von 35 bis 40g Salz. Der Körper reagiert auf diese enorm hohen Mengen Salz mit starkem Durst, Erbrechen, körperlicher Unruhe und Zittern, bis hin zum Koma. Schlimmstenfalls für eine extrem exzessive Salz-Zufuhr zum Herzversagen.

Geht Natrium beim Kochen verloren?

Wie bei den meisten Mineralstoffen, kann die Hitze dem Natrium keinen unmittelbaren Schaden zufügen, jedoch gehen bestimmte Mengen über das Kochwasser verloren. Deshalb solltest du bestenfalls so wenig Wasser wie nur irgendwie möglich für’s Kochen verwenden. Ideal wäre es, das Kochwasser weiterzuverarbeiten – in Saucen oder Suppen. Dadurch gelangen die zunächst ausgewaschenen Nährstoffe dennoch dorthin, wo sie hingehören – in deinen Körper. Die schonendsten Zubereitungsmethoden deiner Speisen sind jedoch das Garen, das Dünsten und/oder das Dämpfen. Sogar beim Backen, Frittieren oder beim Braten gehen weniger Nährstoffe verloren als beim Kochen. Dennoch solltest du dem Frittieren nur selten den Vorrang gegenüber den anderen Zubereitungsarten geben – die Gründe liegen auf der Hand.

Fazit zum Mineralstoff Natrium

Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen neben Krebserkrankungen zu den häufigsten Todesursachen in den westlichen Industrieländern Europas und Nordamerikas. Die Reduktion des Natrium-Konsums – und somit des Salzkonsums – ist einer der Faktoren zur Senkung des Risikos von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Salz ist ein lebenswichtiger Geschmacksträger, ohne welchen viele Lebensmittel ziemlich langweilig schmecken würden – zumindest für gewöhnte Gaumen. Dennoch gilt prinzipiell: je weniger zusätzlichen Salzes, desto besser! Vor allem im Kindesalter sollte wenig gesalzen werden, weil sich besonders Kinder rasch an das viele Salz gewöhnen und es dann ihr ganzes Leben lang schwer haben, richtig mit Salz umzugehen.

Europäerinnen nehmen durch den regelmäßigen Verzehr von Brot, Käse, Wurstwaren, gesalzenen Nüssen, Knabber-Gebäck und Dressing-Saucen ohnehin meist zu viel Natrium zu sich. Deshalb sollte man seine Speisen so wenig wie möglich (nach-)salzen und versuchen, so wenig wie möglich von diesen Nahrungsmitteln zu konsumieren.

Die Risiken des zu hohen, regelmäßigen Salz-Konsums wurden bereits erwähnt. Die Weltgesundheitsorganisation, kurz WHO, sieht es als eine ihrer Aufgaben, den Salzkonsum in den westlichen Industrieländern zu senken und somit den Herz-Kreislauf-Erkrankungen den Kampf anzusagen.

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