Selen

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Dieser Bericht widmet sich dem nicht ganz unumstrittenen Mikronährstoff Selen. Diesem Wirkstoff wird nachgesagt, dass er – neben vielen anderen, wie beispielsweise Biotin – positive Wirkungen auf die Struktur des Nagels, der Haare und der Haut hätte. Im selben Atemzug ist gleichfalls die potentielle Gefahr einer Überdosierung zu erwähnen. In weiterer Folge soll demnach auf diese beiden konträren Ansichten näher eingegangen und deren Argumentationen herausgearbeitet werden.

Jöns Jakob Berzelius hat Selen im Jahre 1818 entdeckt und es nach dem griechischen Wort Selene – was so viel bedeutet wie Mond – benannt. Berzelius hat das Element zwar schon ein Jahr zuvor entdeckt, es aber irrtümlicherweise für Tellur gehalten.
Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei Selen um einen sogenannten Mikronährstoff. Die Familie der Mikronährstoffe ist von den Makronährstoffen zu unterscheiden. Was Mikronährstoffe – wie Selen – auszeichnet, ist, dass sie keinerlei Nährwerte haben. Im Gegenzug dazu beinhalten die Makronährstoffe Eiweiß und Kohlenhydrate rund 4 kcal, Fett circa 9 kcal.

Was bewirkt Selen?

Die Wirkungen von Selen sind vielseitig. Selen unterstützt den Stoffwechsel, die Regeneration für den Muskelaufbau, stärkt das Immunsystem und kräftigt die Zellstrukturen in Nagel, Haut und Haar. Die Wirksamkeit dieses Mikronährstoffes beruht überwiegend auf der Tatsache, dass Selen antioxidativ wirkt. Als Antioxidant als solches, führt Selen dazu, dass die Zellen von sogenannten freien Radikalen geschützt werden. Freie Radikale greifen zunächst gesunde Zellen an, zerstören die Zellwände, dringen dann ein, um dadurch die gesamte Zelle zu zerstören. Es sind auch die freien Radikale die unseren Körper von Jahr zu Jahr älter und gebrechlicher machen. Durch Selen kann somit dieser Prozess eingedämmt, nicht jedoch aufgehalten werden.

Versuch zur Wirksamkeit von Selen

In einer Studie wurden Probandinnen in zwei verschiedene Gruppen geteilt. Die eine Gruppe erhielt täglich 100µg Selen. Der anderen Hälfte wurde im selben Zeitraum ein Placebomittel verabreicht. Durch den Umstand, dass beide Gruppen nicht wussten, was sie erhielten und eine Gruppe weiters stets nur Placebomittel einnahm, konnte hier die positive Wirkung von Selen auf die Psyche bewiesen werden. Das Ergebnis war nämlich, dass die zuvor bedrückten, teils depressiven Probandinnen nach der Studie ein deutlich froheres Gemüt hatten.

In welchen Lebensmitteln findet man Selen?

Nach dem DACH-Referenzwert wird die tägliche Zufuhr von 60µg (bei Frauen) beziehungsweise 70 µg (bei Männern) Selen empfohlen. Zur empfohlenen Tagesdosis findest du weiter unten noch einen Nachtrag.

Selen befindet sich in vielen pflanzlichen und tierischen Produkten, wobei der Selengehalt bei Pflanzen vom Selengehalt des Nährbodens abhängig ist. In den meisten Fällen ist dieser relativ niedrig. Daher gelten Tierprodukte – wie auch ihr Fleisch selbst – als zuverlässige Selenquellen.

Interessant: Der Organismus der Tiere besitzt die Fähigkeit, selbst durch Aufnahme von Nahrungsmitteln mit niedrigem Selengehalt, den Selengehalt im eigenen Körper zu potenzieren, sprich zu vervielfachen.

Hier eine kleine Tabelle mit einer Auflistung von Tier- und Pflanzenprodukten mit höherem Selengehalt pro 100g: 

Selengehalt pro 100g

Selengehalt pro 250g

Paranüsse

254 µg (!)

635 µg (!)

Lachs

41.4 µg

102.75 µg

Kabeljau

37.6 µg

94 µg

Geflügel

12.7 µg

31.75 µg

Spargel

6.1 µg

15.25 µg

Champignons

3.1 µg

7.75 µg

Weißkohl

1.2 µg

3 µg

Wie kommt es zum Selenmangel und wie äußert er sich?

Ein Selenmangel kann verschiedene Ursachen haben. Darunter fallen:

  • Die einseitige Zufuhr selenarmer Produkte.
  • Eine hohe Anzahl an Schwermetallen im Körper.
  • Alkohol- und Drogenmissbrauch.

Eine weitere gefährdete Gruppe sind Menschen im höheren Alter. Dies ist einerseits ebenfalls auf die Ernährung zurückzuführen und andererseits auf den fortgeschrittenen Abbau gesunder Zellen.

Auch Personen die (berufsbedingt) viele Schwermetalle im Körpersystem aufweisen, leiden vermehrt an einem Selenmangel. Der Grund dafür ist, dass Selen die Fähigkeit besitzt, Schwermetalle zu binden. Bei einer erhöhten Anzahl an Schwermetallen im Blutkreislaut bedarf es somit einer erhöhten Zufuhr an Selen.

Wie so viele Symptome, sind auch die nachfolgenden Anzeichen gleichzeitig Indikatoren für andere Mängel bzw. Krankheiten. Daher sind diese im Folgenden nicht allzu eng zu fassen.

Folgende Symptome können auf einen Selenmangel hindeuten:

Wichtig: Solltest du aufgrund verschiedener Mangelerscheinungen den Verdacht haben, an einem Selenmangel oder an einem sonstigen Mangel zu leiden, trete am besten umgehend mit deiner Ärztin in Kontakt.

Was passiert bei einer Selen-Überdosierung?

Im Fall von diesem Nahrungsergänzungsmittel gilt der Leitspruch ‚viel hilf viel‘ definitiv nicht. Die Folgen einer permanenten Überdosierung von Selen können weitreichend sein. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) schätzt die Einnahme von bis zu 300µg Selen pro Tag als nicht schädigend ein. Viele Studien kommen auch zu dem Ergebnis, dass die positiven Wirkungen von Selen, bei einer vom DACH-Referenzwert vorgeschlagenen täglichen Einnahme von bis zu 70µg, nicht erreicht werden können.

Eine länger andauernde stark erhöhte (jenseits der 300µg!) Zufuhr von Selen kann zu ernsthaften Schäden führen – hier sind übrigens Parallelen zu Zink zu entdecken.

Haarausfall Waschbecken viele Haare gehen aus

Die schlimmsten Folgen eines Selenüberschusses sind ausdünnende Haare, Haarausfall, schlimme Nagelproblemen (z.B. Verlust der Nägel) bis hin zu Kammerflimmern. Die Einnahme von mehreren Gramm (g) – nicht Mikrogramm (µg) – Selen kann zudem tödlich sein.

In der europäischen Union ist es jedoch wohl unwahrscheinlich, dass man durch die Einnahme hiesiger Präparate bzw. Supplemente negative Effekte erwarten muss. Dies natürlich nur unter der Prämisse, dass die täglich empfohlenen Mengen nicht überschritten werden.

Resümee zu Selen

Es ist somit festzuhalten, dass die Wirkung von Selen nicht abgesprochen werden kann – in positiver wie auch in negativer Hinsicht. Nimmt man regelmäßig Selen in ausreichender und vorgeschlagener Menge zu sich, ist eine Stimmungsaufhellung, eine Kräftigung der Nägel und ein zellstärkender Effekt zu vermerken.
Eine ausreichende Aufnahme kann durch tierische und pflanzliche Produkte gewährleistet werden, wie du anhand der oben angeführten Tabelle erkennen kannst.
Mangelerscheinungen wie Hautschuppen oder dauernde Übelkeit sollten umgehend mit deiner Ärztin besprochen und gegebenenfalls therapiert werden.
Die kurzzeitige und geringfügige Überdosierung der empfohlenen Tagesmenge von 60 bzw. 70µg Selen hat in der Regel keine negativen Auswirkungen auf deinen Körper.

Wird die Verwendung von Selen jedoch stark missbraucht, kann dies schwere Folgen mit sich bringen. Die Auswirkungen reichen von schlechter werdendem Haar bis hin zu Herzproblemen.

Daher gilt, wie so oft: Suche bei Fragen stets eine Ärztin auf oder informiere dich in einer Apotheke.

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