Kupfer

Kupferhaltige Lebensmittel Bohnen Nuesse Erbsen

Kupfer ist ein wichtiger Bestandteil einiger Proteine (Eiweiße) und für gewisse Stoffwechselvorgänge unerlässlich. Kupfer ist ein essentielles Spurenelement. Als solches ist es für den Menschen lebensnotwendig und sollte dem Körper idealerweise über eine ausgewogene Ernährungsweise zugeführt werden. Reichhaltige Nahrungsmittel sind zum Beispiel Kartoffeln, Linsen, weiße Bohnen, Fische und Haferflocken.

Wie bereits erwähnt, ist Kupfer ein wichtiger Bestandteil in einigen sogenannten Metallo-Proteinen – das sind Eiweiße, die Metalle enthalten – und somit sehr wichtig für die Oxidations- und Reduktionsvorgänge der Enzyme (Enzymfunktion). Katalytisch aktive Metallo-Proteine bezeichnet man auch als Metallo-Enzyme. Enzyme sind biologische Riesen-Moleküle.

Diese Metallo-Proteine spielen eine entscheidende Rolle bei den wichtigsten und komplexesten Funktionen im gesamten Stoffwechsel. Einige lebenswichtige Funktionen, für deren Ablauf Kupfer unerlässlich ist, sind:

  • Energiestoffwechsel
  • Sauerstoffverwertung der Zellen
  • Bekämpfung von freien Radikalen
  • Eisenstoffwechsel
  • Bildung von Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) und der Erythrozyten (rote Blutkörperchen)
  • Synthese von Bindegewebe, des Pigments Melanin und neuroaktiven Peptidhormonen, wie Katecholamine und Enkephaline (endogene Pentapeptide aus der Klasse der Opioidpeptide)
  • Funktion des Nervensystems (Myelinbildung)

Wechselwirkungen

Kupfer steht in direkter Wechselwirkung mit dem lebensnotwendigen Vitamin C und verschiedenen Aminosäuren. Die gleichzeitige Zufuhr dieser Vitalstoffe fördert die Aufnahme und Verwertung (Absorption) des Kupfers.

Eine zu hohe Konzentration folgender Nährstoffe und Nahrungsbestandteile vermindert hingegen die Absorptionsrate des Kupfers: Ballaststoffe, Phosphor, Calcium, Cadmium, Molybdän – und vor allem zu hohe Mengen von Eisen und Zink.

Werden zum Beispiel über mehrere Wochen mehr als 50 mg Zink pro Tag zugeführt, so kann dies die Bioverfügbarkeit des Kupfers herabsetzen. Genauso kann ein sehr hoher Eisengehalt im Blut die Aufnahme des Kupfers reduzieren. Dadurch ist eine Anämie (Blutarmut) ab und zu auch auf einen Kupfermangel zurückzuführen und nicht nur, wie oft angenommen, auf einen Eisenmangel.

Absorption

Die Aufnahme (Absorption) des Kupfers erfolgt überwiegend im Magen und durch die oberen Dünndarmwände (Zwölffingerdarm). Die Absorptionsrate schwankt je nach Zusammensetzung der gesamten Nahrung zwischen 20% und 75%. Sie ist auch davon abhängig, ob die Kupfer-Konzentration im Körper hoch oder niedrig ist. Je niedriger der Kupferhaushalt, desto höher die Absorptionsrate und umgekehrt – der menschliche Organismus passt sich also perfekt den Gegebenheiten an.

Transport und Speicherung des Kupfers im Körper

Transportiert wird das absorbierte Kupfer in der Blutbahn und zwar wird es an die Plasmaproteine Albumin und Transcuprein, sowie auch an das Histidin (eine Aminosäure) gebunden.

Der Kupfer-Plasmaspiegel (= das im Blutplasma enthaltene Kupfer) ist aus noch unerklärlichen Gründen zum Ende einer Schwangerschaft doppelt bis dreifach so hoch als üblich.

Über die Blutbahn gelangt es letztendlich zur Leber, dem zentralen Ort des Kupferstoffwechsels und dem wichtigsten Speicherorgan des menschlichen Körpers.

Kupferhaltige Nahrungsmittel

Vorweg sei erwähnt, dass laut den EU-Richtlinien nur Kupfercarbonat, –citrat, –sulfat, –gluconat und Kupferlysinkomplexe zu Ernährungszwecken erlaubt sind und verwendet werden dürfen.

In mitteleuropäischen Breiten beliebte und natürliche Nahrungsmittel, die auch Kupfer enthalten, sind:

  • Hülsenfrüchte (Sojabohnen, Linsen, Weiße Bohnen)
  • Getreideprodukte (Haferflocken, Vollkornmehl, Weißbrot)
  • Fische und Meeresfrüchte (Matjeshering, Forelle, Lachs)
  • Fleisch und Geflügel (Schweineleber, Ente, Lammfleisch)
  • Käse (Emmentaler, Parmesan)
  • Weizengras
  • Cashewkerne, Haselnüsse

Neben den Cashewkernen und Innereien, liefern vor allem Meeresfrüchte Krabben, Austern und Hummer hohe Mengen an Kupfer.

Zwar deutlich geringere Mengen als die zuvor genannten Nahrungsmittel, aber dennoch ansehnliche Mengen an Kupfer enthalten Obst- und Gemüsesorten wie Bananen, Aprikosen, Weintrauben, Champignons, Kartoffeln, Spinat, Tomaten und Feldsalat.

Wie viel Kupfer pro Tag?

So wie für die essenziellen Spurenelemente Mangan, Chrom und Molybdän gibt es von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) auch für Kupfer nur Schätzwerte für die täglich benötigte Dosierung. Jugendliche und Erwachsene sollten demnach ungefähr 1,0 – 1,5 mg Kupfer täglich zu sich nehmen.

Diese Schätzwerte richten sich jedoch nur an normal gewichtige gesunde Personen. Ein ungesunder Lebenswandel (schlechte Ernährungsweise, übermäßiger Genussmittel-Konsum, Dauermedikation, Stress) kann zu einem erhöhten Bedarf führen.

Laut der DGE ist während der Schwangerschaft und der Stillzeit kein erhöhter Bedarf notwendig.

Unterdosierung von Kopfer

Im Ernährungsbericht (aus dem Jahr 2008) des Instituts für Ernährungswissenschaften der Universität Wien ist folgender Satz bezüglich der Zufuhr von Kupfer und anderen Spurenelementen zu lesen:

Bei Kalium, Zink, Mangan und Kupfer zeigten sich im Mittel zufriedenstellende Zufuhrmengen.

Institut für Ernährungswissenschaften (IfEW)

Vor allem Krankheiten wie das Menkes-Syndrom oder ein ungesunder Lebenswandel (Stress, Alkohol, Rauchen, Dauermedikation) können zu einem Mangel an Kupfer führen.

Aufgrund der Wechselwirkung des Kupfers mit Zink und Eisen kann jedoch auch ein Zink- und Eisenüberschuss zu Mangelerscheinungen führen.

Symptome des Kupfermangels

Typische Symptome bei dauerhafter und extremer Unterversorgung können sein:

  • Anämie (Blutarmut)
  • Neutropenie (Funktionsstörung der weißen Blutkörperchen)
  • geschwächtes Immunsystem
  • Infektionskrankheiten
  • Osteoporose

Eine der häufigsten Begleiterscheinungen des Kupfermangels sind die Anämie (Blutarmut) und die damit einhergehenden Symptome der Blässe und der Müdigkeit.

Kupfermangel kann auch zu der sogenannten Neutropenie führen, bei der die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) reduziert werden. Da die weißen Blutkörperchen eine wichtige Funktion bei der Abwehr von Krankheitserregern übernehmen, können aufgrund des geschwächten Immunsystems Infektionskrankheiten häufiger auftreten.

In sehr seltenen Fällen kann ein Kupfermangel auch zu Pigmentierungsstörungen der Haut führen. Bei Auftreten von Pigmentflecken solltest du unbedingt eine Fachärztin für Dermatologie (Hautärztin) aufsuchen, da die Ursachen vielfältig sein können (Kosmetika, Medikamente, Melanome).

Es bestehen auch Annahmen, dass sprödes, trockenes Haar und brüchige Finger- und Fußnägel unter anderem mit einem Kupfermangel im Zusammenhang stehen könnten.

Überdosierung von Kupfer

Die sichere tägliche Höchstmenge an Kupfer liegt laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (European food safety authority, EFSA) bei 5 mg pro Tag. Das entspricht ungefähr der 3 bis 5-fachen Menge der von der DGE empfohlenen 1.0 bis 1.5 mg pro Tag.

Diese Höchstmengen werden in Deutschland laut Schätzungen jedoch nicht erreicht. Vor allem auch deshalb nicht, weil überschüssiges Kupfer bei gesunden Personen zu 80% über den Darm wieder ausgeschieden wird – über die Harnwege sind es hingegen nur 2% bis 4%. Außerdem verfügt der menschliche Organismus auch über einen natürlichen Schutzmechanismus, der bei allzu hohen Dosierungen die Aufnahme über den Darm vermindert.

Über eine ausgewogene Ernährungsweise sollte es somit kaum möglich sein, einen Kupferüberschuss im Körper zu erzeugen.

Risikogruppen für einen Kupferüberschuss

Symptome einer überhöhten Kupferzufuhr sind

  • Magenschmerzen,
  • Übelkeit,
  • Erbrechen,
  • Durchfall,
  • und eine langfristige Schädigung der Leber

Aus noch ungeklärten Gründen, ist der Kupfer-Plasmaspiegel bei Frauen zum Ende der Schwangerschaft und bei der Einnahme der Antibabypille um das Doppelte bis Dreifache erhöht. Deshalb sollte während der Schwangerschaft und der Einnahme der Antibabypille unbedingt Rücksprache mit einer Ärztin gehalten werden.

Bei Personen mit Morbus-Wilson (Stoffwechselerkrankung) kann schon die Zufuhr der empfohlenen Tagesmengen zu einer Überdosierung an Kupfer führen.

Kupfer zählt nicht zu den potenziell kritischen Nährstoffen bei veganer oder vegetarischer Ernährungsweise. Das heißt, die von der DGE geschätzten täglichen Zufuhrmengen sollten auch bei gesunden Vegetariern und Veganerinnen problemlos erreicht werden.

Ist Kupfer hitzebeständig?

Kupfer ist wie die meisten Spurenelemente ein relativ hitzebeständiger Mikronährstoff. Die Nährstoffverluste entstehen hauptsächlich über das Kochwasser, in das die Mikronährstoffe gewaschen werden. Natürlich gehen dabei nur Teile des Kupfers verloren.

Will man diese Verluste dennoch so gering wie möglich halten, dann sollte auf andere Zubereitungsmethoden wie das Dämpfen oder das Garen zurückgegriffen werden. Beim Dämpfen in speziellen Kochtopfsystemen kommen die Nahrungsmittel erst gar nicht mit dem Wasser direkt in Berührung.

Der beim Garen anfallende Saft kann wiederum sehr einfach zu Saucen oder Suppen weiter verarbeitet werden.

Fazit zum Spurenelement Kupfer

Kurz zusammengefasst sei nochmals das Wichtigste zum Spurenelement Kupfer erwähnt. Es ist ein lebensnotwendiger Mikronährstoff, der im Idealfall über die natürliche Ernährung zugeführt werden sollte. Sollte das aus zeitlichen Gründen nicht möglich sein, kann man auch auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen. Generell sollte das jedoch nicht notwendig sein, da die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) davon ausgeht, dass die deutsche Bevölkerung im Durchschnitt ausreichend Kupfer zu sich nimmt.

Personen die an Blutarmut (Anämie) leiden, sollten aufgrund der Wechselwirkung mit Eisen, auch das Kupfer im Auge behalten. Diesbezüglich sollten jedoch keine Selbstdiagnosen aufgestellt werden, sondern immer eine Ärztin des Vertrauens aufgesucht werden.

Eine abwechslungsreiche, natürliche Ernährung (Getreideprodukte, Obst, Gemüse, Fische, Fleisch) sollte gesunde Personen vor keine Probleme stellen und mit ausreichend Kupfer versorgen.

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